Der „stumme Frühling“ kommt

Aus dem Soester Anzeiger vom 11.09.2012     Autor St

Nicht jeder hat diesen Artikel gelesen, und weil nichts so alt ist, wie die Zeitung von gestern,  habe ich ihn hier mal zitiert.

Vogelbestand dramatisch zurück gegangen

Foto einer Goldammer auf einem Holzblock

Foto Andreas Trepte  http://foto.andreas-trepte.de/     WIKIPEDIA


MÖHNESEE - Wer die Vielfalt der Vogelwelt erleben will, muss in die Gärten und Siedlungen, in die Wälder oder an die Ufer des Möhnesees und vieler anderer Gewässer gehen. Zwar sind auch hier manche Vogelarten in den letzten Jahrzehnten seltener geworden oder auch völlig verschwunden. Aber einige sind auch neu hinzugekommen oder wieder heimgekehrt. Man denke nur an den Schwarzstorch oder an den Uhu.vGanz anders sieht es in der Feldflur aus. Hier rückt der „stumme Frühling“‚ den Rachel Carson schon vor 30 Jahren beschwor, immer näher. Auf der Haar kann man die  Feststellung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) nur bestätigen: „Der Vogelbestand auf Feldern, Wiesen und Weiden in Europa ist in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen". Allein in Deutschland sind seit 1990 mehr als eine Million Feldlerchen verstummt. Eine Entwicklung, die besorgniserregend ist, sagt die Präsidentin des Bundesamtes Beate Jessel. Der Vogelbestand gilt als guter Hinweis darauf, wie es „um die biologische Vielfalt steht“.
In den weiten Feldfluren am Haarstrang ist der Gesang der Grauammer insgesamt verstummt. Auch Kiebitze sucht man vergeblich. Dass es noch einige wenige Rebhuhnvölker gibt, ist den intensiven Hegebemühungen einiger Jäger zu verdanken. Am ehesten war noch den Sommer über der Gesang der Goldammer zu Vernehmen, die sich mit einer Singwarte zwischen den Feldern zufriedengibt.
Eine weitere Intensivierung der Landnutzung — vor allem auch des Maisanbaus – würde im heimischen Raum ebenso wie in den meisten anderen Agrarlandschaften – Europas den Feldvögeln die Lebensgrundlagen vollends entziehen. Weil der zunehmende Anbau von Energiepflanzen mit dem Anbau von Lebens- und Futtermitteln konkurriert, werden die Flächen immer knapper.
Wenn es nicht gelingt, Flächen für die Bewahrung der Naturvielfalt aus der Nutzung zu "nehmen, breitere Raine und „Lerchenfenster“ zu sichern und die letzten Hecken und Gebüsche zu erhalten, werden Acker und Felder bald - „vogelfrei“ sein. Zu dieser grausamen Prognose kommen nicht nur deutsche Natur- und Umweltschutzverbände, sondern auch internationale Institutionen wie Birdlife International und der „European Bird Census Council“. St.