Wenn Bodenorganismen aufs "Klöchen" gehen

Mariengymnasiasten untersuchten im Waldlabor Laubfraß, Bodentiere und -horizonte

Aus dem Werler Anzeiger vom 16.10.2015
Fotos MG

Mariengymnasiasten auf Waldexkursion, zweiter Teil: Noch kurz vor den Herbstferien flog die Klasse 7e mit Biolehrer Marco Hagedorn erneut ins Waldlabor im Werler Stadtwald aus und erforschte diesmal im raschelnden Herbstlaub, was mit den abgefallenen Blättern passiert, die knöchelhoch auf dem Waldboden herumliegen. Jeweils zwei Gruppen beschäftigten sich mit Laubfraß, Bodentieren und Bodenhorizonten.

Aus der Gruppe Bodenorganismen waren zunächst erschrockene Quietscher und Kiekser zu vernehmen — diese Mini-Viecher sprangen die Schüler unter dem Binokular doch als gigantische Monster an. Mit der Zeit gewöhnten sich die Siebtklässler aber an die XXL-Geschöpfe und lieferten sich ein munteres Tierchen suchen und -finden.Klasse 7e des Mariengymnasiums vor dem Waldlabor

Über Erdläufer, Springschwanz. Weberknecht, Mauerasseln, Schnurfüßer, Insektenlarven, Milben. Webspinnen und Kurzflügler freuten sich die jungen Forscher und mit ihnen der Biolehrer, der eifrig notierte, was da alles krabbelte und fleuchte.

Zwei weitere Schülergruppen konnten den gesegneten Appetit der Bodentiere bewundern und sammelten verschieden stark zersetzte Blätter. Auch hier stieß man an der einen oder anderen Stelle noch auf Minitierchen. Die gierig ihren großen Hunger stillten.

Die letzten beiden Gruppen gingen ans Handfeste. Sie schlugen einen Bohrstock einen Meter tief in den Boden.

„Das war gar nicht so einfach“, erklärt Marco Hagedorn. Denn nachdem man schon viel Kraft beim Einschlagen lassen musste, brauchte man mindestens nochmal die doppelte MuckiPower zum Wiederrausziehen. Als sie es dann mit vereinten Kräften geschafft hatten, entdeckten die jungen Forscher Faszinierendes: Der Boden ist strukturiert. Oben liegen die gerade abgefallenen Blätter, mit zunehmender Tiefe steigt der Zersetzungsgrad: dem tief schwarzen Humus folgt ab ca. 30 Zentimetern lehmiger Boden, der Lehmlöss. Er prägt die Soester Börde, erklärte vor Ort Biologielehrer Hagedorn.Er bildet die Grundlage des Bodens und wurde in der letzten Eiszeit eingeweht.

Die 7e präsentierte in den großzügigen Räumlichkeiten des Waldlabors final ihre Gruppenergebnisse auf Plakaten. Und in der Abschlussbesprechung wurde klar, was Humus ist: nichts weiter als zersetzte Blätter. Oder — um es verständlich für wirklich jeden auszudrücken: das, was übrig bleibt, wenn Bodenorganismen „aufs Klöchen gehen“.